In Teil 1 dieses Artikels habe ich über Content-Links und den Nutzen von Webkatalogen nachgedacht. Vorausgesetzt, dass Content-Links tatsächlich nicht grundsätzlich besser als freistehende Links sind, und auch vorausgesetzt, dass Webkataloge nicht alle gleich sind und damit auch nicht alle nutzlos, muss man sich folgende Frage gefallen lassen:

Warum werden Webkataloge nach gängiger Auffassung weniger gut von Suchmaschinen akzeptiert, als andere Internetseiten?

Es muss etwas mit den üblichen Ranking-Kriterien zu tun haben, also mit der Qualität und Quantität von Content, eingehenden sowie auch ausgehenden Links.

Hinsichtlich Content-Qualität und Content-Umfang haben Artikelverzeichnisse wesentliche Vorteile gegenüber Webkatalogen. So weiß ich aus der täglichen Kontrolle unserer eigenen Einträge, dass sich die Agenturen und Webseitenbetreiber nur selten an eine wichtige Eintragsvoraussetzung halten, nämlich einen Text speziell für unseren Webkatalog zu verfassen. Statt dessen wird häufig ein vorgefertigter Text kopiert. Hieraus resultiert das eigentlich sehr bekannte Problem des DC (Duplicate Content).

Für Artikelverzeichnisse hingegen wird weniger häufig so plump vorgegangen, sondern man wertet den Content auf, indem teils automatische Article-Spinner eingesetzt werden, um aus einem Artikel möglichst viele unterschiedliche Varianten zu erzeugen. Ziel hierbei ist es, das DC-Problem zu vermeiden und dadurch unter dem Radar der Spamfilter der Suchmaschinen zu bleiben.

So viel kann man also zur Content-Qualität feststellen: Webkataloge neigen dazu, mit Duplicate Content gefüttert zu werden, während bei Artikelverzeichnissen dank der Popularität der Article-Spinner dieses Problem nicht so gravierend ist.

Zweiter wichtiger Faktor ist der Umfang des Content. Artikelverzeichnisse erfordern für die Aufnahme eines Artikels einen relativ großen Buchstaben- oder Wortumfang. Webkataloge neigen hingegen traditionell eher zu kompakten Texten. Es kommt im Falle der BeamMachine häufig vor, dass ein Eintrager nicht begreift, dass wir auch einen Mindestumfang von aktuell 800 Zeichen (ca. 10 volle Textzeilen) erwarten. So tritt im Support häufig die Frage auf, warum ein Text nicht akzeptiert wird, obwohl man seine Länge auf unter 800 Zeichen begrenzt hat. Da gibt es also eine recht populäre Erwartungshaltung, die trotz deutlicher Hinweise im Eintragsformular nicht leicht auszuräumen ist.

Versiertheit der Verzeichnis-Nutzer

Artikelverzeichnisse erfordern – wenn man sie zu Marketingzwecken nutzen möchte – eine gewisse Versiertheit der Nutzer. Und sei es, dass sicht ein Marketingfachmann mit längeren Texten nicht schwer tut und Spinning zum gewohnten Alltag gehört. Solche Profis möchten auch, dass ihre Artikel schnell in den Suchmaschinen erscheinen und die platzierten Links schnellstmöglich an Gewicht gewinnen. Eine Methode, dies zu erreichen ist, die Artikel mit Links zu pushen. Marketing-Profis setzen daher auf alle potenziell lohnenswerten Webseiten selbst günstige Links. Mit günstigen Links meine ich solche aus Bookmarks oder Blog-Kommentaren, als auch aus RSS-Verzeichnissen.

Webkataloge dagegen haben ja im Allgemeinen auch in Fachkreisen einen etwas schlechteren Ruf und eigenen sich dank geringerer textueller Anforderungen leichter für Amateure und Semiprofessionelle, so dass es seltener zuunterstützenden Maßnahmen wie zusätzlicher Linksetzung kommt.

Welche einfachen Richtlinien zur Optimierung von Webkatalogeinträgen kann man nur hieraus ableiten? Diese Frage beantworte ich im nächsten und letzten Teil der Artikelreihe „Webkatalog vs. Artikelverzeichnis“