Seit Google den Disavow-Geist aus der Flasche gelassen hat, ist die Entfernung von Links auch für BeamMachine ein Reizthema geworden. Unser Projekt hat sich seit seiner Entstehung in 2004 der Qualitätsprüfung verschrieben. Seit Disavow setzt Google uns nun einer neuen Art der Penalty aus: der Erpressung durch schlechte Suchmaschinenoptimierer. Bei weitem greift nicht jeder Suchmaschinenoptimierer (im folgenden SEO) zum Mittel der versuchten Nötigung, aber doch eine ganze Reihe! Wir mussten uns also überlegen, wie diesem seltsamen Treiben zu begegnen ist.

Seit Disavow haben viele Webmaster Panik und versuchen ganz schnell, ihre Spammer-Spuren der vergangenen Jahre im Internet zu verwischen. Dazu werden auch Webkataloge wie BeamMachine massenhaft angeschrieben und zunächst freundlich, später meist mit Nachdruck (O-Ton: „Dann melden wir Euch im Disavow-Tool!“) zur Entfernung von Links aufgefordert.

Google hat mit seinem Aufruf zum Linkrückbau eine gewaltige Spam-Welle losgetreten. Denn Google empfiehlt, zunächst alle Links, die gegen die Qualitätsrichtlinien verstoßen, zu entfernen. Nun sind Spammer nicht gerade klug und schreiben jeden an, dem sie ihren Link im Rahmen einer Spam-Aktion untergeschoben haben. Da wir uns nicht um Links kümmern, sondern vor allem die Qualität unserer Web-Empfehlungen im Sinn haben, sind viele Websites bei BeamMachine gelistet, obwohl sie mit Spam-Methoden massenhaft in viele Webkataloge eingetragen wurden. Der Eintrag (also Text und Website) wurden von uns gesichtet, sind als empfehlenswert und nützlich eingestuft worden und gingen danach ohne Gegenleistung online.

Kostenlose Link-Entfernung „Richtlinien-Konform“?

Nun sind viele SEOs der Ansicht, dass eine Linkentfernung nichts kosten dürfe. Denn das wäre Manipulation. Es ist zum Mäusemelken mit diesen Spammern. Natürlich ist Linkkauf oder Linktausch nicht gut. Google möchte freiwillige Empfehlung. Dennoch ist es doch mehr als logisch, dass eine Website, die freiwillig und gerne Content und Links schafft, diese nicht einfach so auf Zuruf wieder entfernen muss. Im Gegenteil, gerade wer von Anderen etwas verlangt, für Sachen, die nur in seinem Interesse sind, der sollte dafür auch etwas geben.

In unserem Fall geht es darum, dass ein recht hoher Prüfaufwand neuer Einträge in Vorleistung geschieht. Alle Einträge werden gesichtet und geprüft. Der Lohn für die Arbeit kommt erst später, wenn unsere sortierten Kategorien ranken und die Besucher unser Angebot nutzen. Die Einträge sind also das wirtschaftliche Gut. Das ist auch bei anderen Arten von Websites so. Kein Webmaster wird gerne Content entfernen, der mühsam geschaffen wurde. Und mal unter uns: das verlangt Google auch gar nicht.

Wir kommen diesem Wunsch auf Linklöschung natürlich nach, jedoch können wir nicht umher, für solche besonderen Wünsche eine Aufwandsentschädigung zu verlangen. Wohlgemerkt, die verlangen wir nur, wenn die Entfernung grundlos oder aus SEO-Strategischen Überlegungen erfolgt. Wenn jemand ein rechtliches Problem mit einem Link oder Eintrag hat, wird er natürlich kostenlos beseitigt. Näheres dazu findet sich im Impressum dieser Website. SEOs wären gut beraten, ein Budget für diesen Zweck beim Kunden locker zu machen, wie sie ja auch ihre eigene Bezahlung verlangen. Alles andere ist unseriös und naja… so sind Spammer eben!

Wer ungekaufte Links entfernt, manipuliert auch

Folgende Grafik verdeutlicht den Unterschied zwischen Link-Spammern und SEOs, die wahllos Links entfernen. Wie Ihr seht, es gibt keinen Unterschied. Spammer tragen Links wahllos ein. Viele SEOs tragen diese Links nun wieder wahllos aus. Das Prinzip ist dasselbe: das Linkbuilding wird manipuliert. Es ist also Vorsicht bei der Verwendung des Disavow-Tools angebracht. Wer alle Links einer bestimmten Kategorie entfernt, kann genau so gut zu Google gehen und sagen: „Hey Leute, schaut her, ich manipuliere noch immer und habe von Qualität keine Ahnung.“

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(c)2013 BeamMachine.net

Rechtliche Brisanz: unlauterer Wettbewerb oder sogar Straftat

Mitunter bewegt man sich in Sachen Linkbuilding bzw. Linkrückbau und Disavow auch in rechtlich sehr kritischen Gewässern. Nehmen wir an, dass Webmaster A von Webmaster B etwas verlangt, dafür aber auf keinen Fall zahlen möchte, sondern mit Disavow-Meldung droht, dann kann es sich dabei um

  1. einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht (unlauterer Wettbewerb) handeln und
  2. eine Straftat (Nötigung oder Erpressung) sein.

Ersteres schon allen daher, weil A durch seine Spam-Aktion den geschäftlichen Betrieb von B gestört hat. Nötigung ist, wenn jemand „einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt“. Da Disavow-Drohung oftmals nichts anderes als die Drohung mit der wirtschaftlichen Vernichtung eines auf organischen Traffic angewiesenen Webmasters ist, erfüllt es den Straftatbestand nach § 240 (1) StGB der Nötigung.

[Anmerkung: Erpressung hätte den zusätzlichen Aspekt der Bereicherung und scheidet damit eher aus.]

Weitere Quellen & Infos über Disavow

Martin Mißfeld ist einer der ersten gewesen, die auf dieses Problem mit dem Disavow-Tool aufmerksam gemacht haben. In seinem Beitrag Vergiftete Links? Google’s neues Disavow-Tool als Drohung stellt er die Frage, ob man sich überhaupt noch trauen darf, im Internet Webseiten zu verlinken.

Auf SeoBook.com wird die Frage aufgestellt, welche Arten von Websites überhaupt Links entfernen. Das ist eine sehr gute Frage. Würde zum Beispiel ein Google.com einen Link aus einem Artikel seiner Foren oder gehosteten Blogs entfernen? Wie steht es um die Foren großer Unternehmen? Die meisten werden sicher einen Removal-Request ignorieren.

Hier gehts direkt zu Googles Disavow-Tool in den Webmaster-Tools.

Liebe Leser, Eure Meinung ist gefragt!

  • Was bringt Disavow?
  • Wurdet Ihr vielleicht auch schon zur Entfernung eines Links aufgefordert?

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Autor: Tobias Sasse / Freelancer für „Internet und so“ 😉