Heute am frühen Morgen überraschte mich eine E-Mail von Moneybookers, ein Service ähnlich Paypal, der als Zahlungsdienstleister die Zahlungsabwicklung für Shops erledigt. Meine Registrierung dort musste fast 10 Jahre zurückliegen. Damals galt es, für einen Auftraggeber die Möglichkeiten der komfortablen Zahlungsabwicklung auch per Kreditkarte zu sondieren.

Die Mail hat zum Inhalt, dass sich die Preispolitik ändert. Ich tat mich zuerst schwer, vor lauter Newsletter-Gedöns die eigentliche Info herauszulesen. Doch am Ende schien der Textschwall auf dem Bildschirm nur eine einzige Aussage zu haben:

Ruhende Moneybookers-Konten, die keinem VIP-Händler gehören, werden ab sofort mit einer monatlichen Bereitstellungsgebühr bedacht.

Da mein Konto bisher überhaupt nur zu Evaluationszwecken von mir angelegt und daher mehr oder minder Vergessen wurde, frage ich mich, ob es nicht vielen so geht. Nur mal angenommen, es gibt da draußen 100.000 Webmaster, die einmal den Moneybookers-Service unter die Lupe genommen haben, um sich dann (wie ich) doch für Paypal zu entscheiden. Diese 100.000 Webmaster bekommen nun alle eine umständliche Newsletter-Mail mit dem Versteckten hinweis auf 12 Euro Jahresgebühr ab sofort. Es drängt sich auf, dass jede Firma diese 1,2 Mio Euro p.a. gut gebrauchen könnte.

Das gesamte Konzept scheint so ausgelegt zu sein, dass man sich kaum aus der Kostenfalle befreien kann. Natürlich kann ich mich irren, aber so dreist und zudem umständlich, wie diese Kosteneinführung aus meiner Sicht angekündigt und die Kündigung der User unwahrscheinlich gemacht wird, kann es sich nur um unlautere Methoden handeln. Ich beschreibe mal meine auf diesen Newsletter folgende Odyssee, bis zur Kontenschließung:

  1. Newsletter erhalten – 3 Minuten lesen und begreifen, dass man mir ab sofort einen Euro – for nothing – aus dem Portemonnaie nehmen möchte, jeden Monat.
  2. Wie kann ich mein Konto schließen? Newsletter kam mit no-reply-Mailadresse, also ist eine einfache E-Mail keine Option.
  3. Ab zum Login bei Moneybookers: Daten vergessen, neu anfordern
  4. Password-Mail erhalten: zurück zur Website, einloggen
  5. Geburtsdatum wird abgefragt – kein Problem, ich kenne meines 😉
  6. Bankverbindung wird abgefragt – Mist, eine alte Kontonummer und Blz soll ich wissen…
  7. Suche nach Supportkontakt: der ist nur nach Login möglich. Keine Mail-Adresse weit und breit.
  8. Suche in alten Unterlagen nach Bankverbindung von vor 10 Jahren – gefunden, Glück gehabt!
  9. Login gelingt nun. Nur …wo schließt man sein Konto?
  10. Website durchsuchen, Kontenschließung in den Service-FAQ (oder etwas ähnlich unlogischem) gefunden.
  11. „Konto schließen“ geklickt – bin ich sicher? Ich bestätige die Sicherheitsabfrage und bekomme lapidar einen Einzeiler „Ihr Konto wurde erfolgreich geschlossen.“
  12. Einzeiler ausgedruckt, als Nachweis. Zum Glück, denn eine Löschungsbestätigung ist nicht per E-Mail eingegangen.

Man kann resümieren, dass es umständlicher kaum geht. Für einen Laien ist das evtl. gar nicht zu machen. Fehlende Kontaktmöglichkeiten, fast schon versteckte Kostenhinweise und 20 Minuten meiner Morgenstunden verbraten, nur um ein altes Konto bei einem ehemals vielversprechenden Paypal-Konkurrenten zu schließen.

Vielleicht liest hier ja jemand von Moneybookers („Skrill“) mit und überdenkt mal den Kurs der Firma. Denn so, wie Ihr mit Interessenten umgeht… wie die nette Oma von nebenan sagen würde: sowas tut man nicht!