Wir besitzen keine Kristallkugel, nicht einmal eine aus Glas. Dennoch werfen wir einen Blick in die Zukunft. Wo steht der Mensch in einer Welt, in der das Individuum produktiver denn je sein soll und die Antworten auf alle Fragen und alle sozialen Kontakte nur einen Klick entfernt sind. Wir stellen zwei Aspekte unserer Zukunft gegenüber, die sich ausschließen oder ergänzen können. Entscheiden Sie selbst, welche Zukunft Ihre ist!

Brille statt Kristallkugel

Versucht man Trends zu erahnen, dann kommen häufig technologische Entwicklungen auf den Tisch. Unsere lifestyle-orientierte Gesellschaft setzt nach wie vor auf Technisierung. Augmented Reality und Unterhaltungselektronik sind im Trend. So wird zum Beispiel längst eine Brille vom Suchmaschinenrisen Google erwartet, die uns immer und überall zusätzliche Informationen in die Welt einblenden kann. Andere Technologie-Giganten wie Microsoft, aber auch viele andere Unternehmen, zum Beispiel die AR Software-Schmiede Metaio aus München, arbeiten an Lösungen, die als nächster Boom nach Smartphone und Tablet-PC auf uns zukommen sollen.

Trendforscher zeichnen ein unglaubliches Bild der Zukunft. Gadgets für jeden Zweck, eingebracht in Bekleidung und Accessoires, verleihen dem Menschen mehr Produktivität und mehr Kontrolle. In nahezu jedem Detail des Alltags werden Microchips stecken, die unsere Umgebung intelligent, interaktiv und damit komfortabler machen.

Der schöne Schein kann aber auch trügen. Denn je mehr wir uns auf Technik stützen, desto weniger trainieren wir unsere ureigensten Fähigkeiten. Je seltener wir uns für die bessere Alternative entscheiden müssen, umso schwieriger werden wir eine eigene Meinung bilden können. Wer lieber Google-Weather abruft, statt einen Blick aus dem Fenster zu werfen, verliert den nativen Bezug zu der Welt, in der er lebt! Die Folgen einer solchen Zukunft sind ungewiss.

Das Bedürfnis, abzuschalten

Dass es auch einen Gegentrend zu dieser Entwicklung gibt, hat das Reiseportal Expedia herausgefunden. Die Reiselust deutscher Urlauber ist laut einer Expediastudie ungebrochen. So gern man sich mit technischen Hilfsmitteln behilft, um in Job und Alltag besser zu funktionieren, so ungebremst ist offenbar schon heute das Verlangen, einfach mal den Stecker zu ziehen!

Es ist kein Wunder, dass der ordinäre Strandurlaub auf Platz 1 der deutschen Urlaubsvorlieben steht. Und es hat etwas Beruhigendes, dass auf Platz 2 Romantik- und Aktivurlaube gleichauf sehr beliebt sind. Denn es bedeutet, dass bei allem Fortschritt und bei allem Leistungswunsch die Menschen ein Ventil suchen oder sich nach Bodenhaftung und Weltbezug sehnen.

Was meinen Sie: wird der technologische Fortschritt uns entwurzeln oder ist der Wunsch nach Bodenhaftung und echten Erlebnissen größer? Teilen Sie Ihre Meinung mit uns…