Drehorgeln verbreiten in den Städten ein besonderes Flair. Vor allem in den milderen Jahreszeiten trifft man die Drehorgelspieler an. Der Klang der „Leierkästen“ erinnert an Jahrmarkt und Frühlingsluft, aber auch an Gebäck und Softeis. Er entsteht durch Orgelpfeifen und kommt gewissermaßen „von Band“, denn die Musik ist auf einem Lochband oder einer Stiftwalze (dem „Programmträger“) gespeichert. Der Drehorgelspieler dreht mit seiner Kurbel den Programmträger und versorgt gleichzeitig die Orgelpfeifen mit Luft, wodurch die Melodie erklingt.

Waren Drehorgelspieler ursprünglich fast ausschließlich wanderndes Volk, das von den Zuwendungen der Passant in den Innenstädten lebte, hat sich die Situation heute verändert. Drehorgelspieler sind eine Mischung aus Schaustellern, Schauspielern und Musikern, die einen wichtigen Teil des kulturellen Lebens und der kulturellen Vergangenheit ausmachen. Sie treten nicht selten in passenden Kostümen und mit Tieren auf. Das klassische Äffchen gehört jedoch nicht mehr zum üblichen Programm der Drehorgelspieler – es wird zumeist nur noch durch ein Plüschäffchen angedeutet.

Das eingangs erwähnte besondere Flair der Drehorgelmusik, das für eine entspannte Jahrmarktstimmung sorgt, wird heute gerne auch gezielt für Veranstaltungen gebucht. Der Auftritt des Drehorgelspielers und die schon weither hörbare Drehorgelmusik sorgen auf Firmenfesten und Stadtfesten für Stimmung und ein unvergessliches Erlebnis der Besucher. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Musiker mit seiner Drehorgel leicht den Platz wechseln und mit seinem Publikum besser interagieren kann, als viele andere Musiker.