Wenn man von Festplatten-Backups redet, geht es häufig um die Sicherung der gesamten Festplatte in ein Festplattenimage. So sind zum Beispiel endbenutzertaugliche Lösungen von Acronis (True Image), Symantec (Ghost) und selbst von Microsoft („Sichern und Wiederherstellen“ unter Windows 7) verfügbar. Solche Software sichert ein System mit allem drum und dran, so dass es später komplett wiederhergestellt werden kann. Der Vorteil und der Verwendungszweck ist also, ein Betriebssystem zu sichern, und sich bei einem Problem die Neuinstallation zu ersparen. Wie lange eine Windows-Neuinstallation dauern kann, bis das System wieder vollständig brauchbar ist, muss man wohl niemandem erzählen.

Einen etwas anderen Weg, der auch sehr einfach und vor allem transparent ist, gehen Programme, die einfach nur Dateien synchronisieren. Zwei Programme dieser Gattung sind GoodSync von Siber Systems Inc. und SyncBack von 2BrightSparks. Ersteres befindet sich auf meinem Arbeitsplatz-PC seit längerem in Verwendung. Auf die Funktion von GoodSync möchte ich daher im Folgenden etwas näher eingehen. Für einen ausführlicheren Einblick in SyncBack empfehle ich den SyncBack-Artikel auf Datenrettung-42.de.

Transparenz bedeutet für mich, dass die Software genau das sichert, was ich gesichert haben möchte, und dass die Sicherung genau an den Ort geschieht, den ich bestimme. Denn Software zur Datei-Synchronisation arbeitet immer auf den Dateisystemen, die ich kenne. Nehmen wir an, dass ich zwei Festplatten besitze, eine enthält Betriebssystem und Daten, die andere enthält eine vollständige Kopie meiner Daten. Bei Synchronisations-Software wird die Kopie der Daten immer im Dateisystem abgelegt sein, und zwar genau so, wie ich sie auf meiner ersten Festplatte abgelegt habe. Transparenz heiß also, dass ich die kopierten Verzeichnisse und Dateien genau so leicht benutzen und verstehen kann, wie die Originale.

Der Vorteil dieser Transparenz liegt auf der Hand: Wenn die Original-Dateien verloren gehen, könnte man direkt mit den Kopien weiterarbeiten. Das ist etwas, das mit TrueImage, Symantec Ghost und anderen image-basierten Backup-Lösungen nicht so einfach ist.

GoodSync – Datei-Synchronisation als Backup

Mit GoodSync lassen sich Dateien sowohl lokal als auch „remote“ (also auf entfernte Datenträger) replizieren. Zu diesem Zweck unterstützt die kostenpflichtige Pro-Version auch den Zugriff auf FTP-Datenquellen. Wer eine Website kennt, wird mit FTP vertraut sein und wissen, dass nicht jeder FTP-Server und -Client zuverlässig ist. GoodSync ist eine sehr positive Ausnahme, der eingebaute FTP-Client läuft stabil.

GoodSync screenshot

GoodSync hat 14% der SQL-Backups vom Webserver geholt.

Dank der FTP-Funktion ist es ein leichtes, mit GoodSync die Daten von Web-Servern zu sichern. Zu diesem Zweck richtet man einen Synchronisations-Job ein, der regelmäßig (täglich oder wöchentlich) die wichtigen Verzeichnisse des Web-Servers mit einem lokalen Pfad abgleicht. Findet GoodSync hierbei veränderte, gelöschte oder neu erstellte Dateien, so beginnt es von selbst mit der eigentlichen Arbeit und kopiert diese Änderungen so lange zwischen Web-Server und lokaler Festplatte hin und her, bis beide Pfade wieder gleich sind.

Ein weiteres sehr nützliches Feature von GoodSync ist die Unterstützung von Netzlaufwerken. Wenn Sie einen der beliebten und inzwischen sehr erschwinglichen Media-Server, Home-Server oder einfach NAS-Server (Network Attached Storage) besitzen, dann werden Sie mit einer ordentlichen Dateisynchronisation noch mehr aus dem Gerät herausholen.

Nehmen wir als Beispiel ihre Fotosammlung. Normalerweise liegen die Fotos auf Ihrem Arbeitsplatz und werden vielleicht automatisch in Ihr Picasa-Album hochgeladen. Wie sicher die Daten dort sind, sei einmal dahingestellt, aber jedenfalls benötigen Sie dafür eine Internet-Verbindung. Um nicht zu sehr von der Internet-Verbindung abhängig zu sein und Ihre Fotos effektiv und mit geringem Aufwand zu sichern und auf andere PCs im Haushalt zu synchronisieren, lassen Sie die Foto-Ordner all Ihrer Heim-PCs einfach mit einem Ordner auf Ihrem Heim-Server synchronisieren. Die Vorteile:

  • Sie haben an jedem Heim-PC lokalen (also sehr performanten) Zugriff auf all Ihre Fotos.
  • Sie haben alle Fotos auf Ihrem NAS bzw. Home-Server oder Media-Server gesichert und auch dort Zugriff.
  • Sie können Ihre Fotosammlung an jedem Arbeitsplatz organisieren und bearbeiten.

Backup vs. Synchronisation von Dateien

Zum Abschluss noch ein paar erklärende Worte über Backup und Synchronisation. Ein Backup ist immer eine Einweg-Synchronisation. Änderungen am Backup (also an der Sicherungskopie) wirken sich nicht auf die Originaldateien aus. Eine solche Einweg-Synchronisation habe ich oben am Beispiel des Webservers und der SQL-Dump-Synchronisation beschrieben. Solche eine Einweg-Synchronisation erhöht Ihre Datensicherheit.

Mit einem Tool zur Synchronisation von Dateien können Sie auch eine Zweiweg-Synchronisation (Bidirektionale Synchronisation) konfigurieren. So beschrieben am obigen Beispiel der Fotosammlung. Eine solche bidirektionale Synchronisation erhöht nicht die Sicherheit Ihrer Daten, denn sie können durch Löschung einer beliebigen Representation Ihrer Dateien auch die synchronisierten Pfade löschen lassen. Oder um es klar zu sagen: ein Bedienfehler an einem PC kann die Daten auf allen PCs und auf dem NAS zerstören.

Fazit

Dateien zu Synchronisieren ist ein Verfahren, um Komfort und Sicherheit auf transparente und flexible Art und Weise zu verbessern. Man kann auf diese Weise Backup-Aufgaben automatisieren und den Zugriff auf große Dateien (Musik, Videos, Fotos) im heimischen WLAN beschleunigen. Doch eine falsch vorgenommene Datei-Synchronisation birgt auch Risiken, weil auch Bedienfehler synchronisiert werden könnten. Die Trennung zwischen (bidirektionaler) Synchronisation und effektivem (unidirektionalem) Backup ist deshalb beim Einsatz von GoodSync oder SyncBack unbedingt zu klären. Im Zweifelsfalle sollte immer auch ein komplettes System-Image mittels Imaging-Tools wie True Image oder Symantec Ghost verwendet werden.